Sie ist – neben der Geschichte von Jesu Geburt – das vermutlich meisterzählte Literatursujet der Adventszeit: Charles Dickens‚ „Weihnachtsgeschichte“. Die sozialkritische Erzählung über den alten Geizhals Ebenezer Scrooge, der am Vorabend des Weihnachtsfests von drei Geistern heimgesucht wird und durch sie seine Menschlichkeit wiederentdeckt, ist ein Klassiker. Mit den beiden beliebten Münchner Tatort-SchauspielernMiroslav Nemec und Udo Wachtveitl in Begleitung eines fünfköpfigen Streicherensembles ist Eine Weihnachtsgeschichte als musikalisches Bühnenmärchen ab Ende November 2018 in ausgewählten Städten in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz zu erleben.

 

Stimmungsvoll und lebendig erzählt

Regisseur und Produzent Martin Mühleis hat gemeinsam mit dem Komponisten Libor Síma eine Bühnenfassung des Märchens geschaffen, die Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl wie auf den Leib geschneidert scheint. Sie erinnert in ihrer Ästhetik an alte Schwarzweißfilme und spielt mit Elementen literarischer Revuen. Durch die Musik und die geschickte Lichtregie werden fesselnde Bilder geschaffen – und doch spielt der literarische Text immer die Hauptrolle. Tempo, Rhythmus und Struktur der Novelle bleiben auch in der Lesefassung bewahrt. In der Interpretation der beliebten Schauspieler erhält die Erzählung zusätzlich eine unglaubliche Lebendigkeit. Beiden gelingt es im Zusammenspiel mit der Bühnenmusik den skurrilen britischen Humor auf anrührende Weise herauszuarbeiten und für die perfekte Einstimmung auf die besinnliche Adventszeit zu sorgen.


Die Handlung

Charles Dickens‘ Weihnachtsklassiker erzählt von der märchenhaften Wandlung des hartherzigen Geldverleihers Ebenezer Scrooge, der seinen Schuldnern selbst in der Weihnachtszeit keinen Penny erlässt. Am Heiligen Abend erhält Scrooge unerwarteten Besuch: Sein Freund und Geschäftspartner Jakob Marley erscheint. An sich nicht weiter verwunderlich, wäre Marley nicht bereits seit Jahren tot. Als unerlöster Geist fristet er nun sein Dasein zwischen Himmel und Erde mit der Aufgabe, aus Scrooge einen besseren Menschen zu machen. Der allerdings erweist sich als harter Brocken – dreier Geister bedarf es, die Scrooge mitnehmen auf eine Reise durch die Zeit, in deren Verlauf er sich seiner Fehler bewusst und zu einem geläuterten Menschen wird.

 

Ein Klassiker – irritierend aktuell

In einer Zeit der Egozentrik, Ich-AGs und Smartphones kommt diese 1843 erstmals veröffentlichte Geschichte irritierend aktuell daher. Der Egomane Ebenezer Scrooge wirkt wie eine Blaupause des modernen Menschen. Er ist nicht interessiert daran, was gestern war, mit Familie und Vergangenheit hat er abgeschlossen. Zukunft und Nachwelt – egal. Sein eigenes Glück ist sein Maßstab aller Dinge. Ausgerechnet an Heiligabend erscheinen Scrooge drei Geister. Sie zeigen ihm, was er in seiner verbohrten Fokussierung auf sein materielles Wohl alles verpasst im Leben.

Fotocredit: Stefan Nimmesgern

Nur am 8. Dezember 2018 um 20:00 Uhr

in der Wiener Stadthalle, Halle F.

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Eine Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

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