Mein Hund folgt nicht sagte ich zu dem Hundetrainer. „Woran das wohl liegt, meinte er lächelnd?“ Ich zählte all das auf, was mich an meiner kleinen Maya stört: sie zerrt an der Leine, ja sie läuft mir sogar manchmal davon. Ich bin jedes Mal einem Infarkt nahe. Andreas erklärte mir dann verschiedene Dinge, bevor es in den Wald ging. Er nahm meinen Hund an der Leine, sie zerrte und zog nicht. Brav schritt sie an seiner Seite. Leise Wut machte sich bei mir breit mit der Feststellung, dass ich eben einfach zu blöd bin, einen Hund zu erziehen. Es dauerte eine Weile, bis ich akzeptieren konnte, dass es einzig und alleine an mir lag, dass Maya machte, was sie wollte. Alles Nähere zur Hundeerziehung im Text.

DIE BEZIEHUNG ZUM HUND IST NICHT GANZ SO, WIE SIE SEIN SOLLTE?

Erfahren Sie, was es braucht, um alles wieder ins Lot zu bringen. Es ist einfacher, als Sie vielleicht denken. Und es geht meist schneller, als Sie glauben. Hunde sind Rudeltiere, also genetisch sehr weise darauf programmiert, innerhalb der Gruppe verschiedene Aufgaben wahrzunehmen. So unterschiedlich sie auch im Vergleich zu ihren Vorfahren sind, Hunde organisieren sich fast völlig identisch wie Wölfe. Ein Rudel wird angeführt von dem Tier mit der höchsten sozialen Kompetenz, was ebenso auch Führungsqualität, Kraft, Entscheidungsfreude und (Selbst)Sicherheit beinhaltet. All das müssen Sie, als Hundehalter, nebst den offensichtlichen Dingen wie (hoffentlich hochwertiges) Futter, ein Dach über den Kopf, Tierarztbesuche, Gassigehen, mentale und körperliche Auslastung, Ihrem vierbeinigen Zeitgenossen ebenso bieten.

Er braucht das, weil wenn der Hund das Menschenrudel mangels Verantwortungsbewusstsein am anderen Ende der Leine führen MUSS (das sagen ihm seine Gene), dann wäre das vergleichbar damit, wie wenn Sie auf Ihrem Urlaubsflug den Flieger plötzlich selbst landen müssten, weil der Pilot grade als Chef seines Rudels versagt…Ich bringe sogenannte Problemhunde wieder in Ordnung. Meist sehr schnell, und meist sehr nachhaltig. Jeder Fall, zu dem ich gerufen werde, hat immer nur eine Ursache: Der Hund ist Chef des Menschenrudels. Und damit, ebenso wie Sie in einem 747-cockpit, hoffnungslos überfordert. Zwei Eigenschaften müssen Sie kultivieren, um von einem Tier akzeptiert zu werden: Sie müssen RUHIG agieren, und Sie müssen das SICHER und bestimmt tun. Jedes Lebewesen, von der Zelle bis zum Ökosystem, ist von Natur aus auf eines programmiert: ÜBERLEBE! Das bedingt Frieden im Rudel. Nur so kann die Gruppe bestmöglich überleben, Wölfe ebenso wie Pferde, Hühner ebenso wie auch wir Menschen…

Was braucht es für diesen Frieden?

VERTRAUEN.

Würden Sie einem Piloten vertrauen, der das Flugzeug zu 90% unter „Kontrolle“ hatIhre Funktion als Anführer hat zuallererst den Zweck, dem Hund SICHERHEIT zu geben. Das, was oberflächlich wie Dominanz aussieht, ist im Grunde gelebtes Vertrauen, gelebte Loyalität, und dazu braucht es

RESPEKT.

Würden Sie einen Piloten respektieren, der sich von Ihnen den Kurs dirigieren lässt? Abgesehen vom einsetzenden Misstrauen und sich sträubendem Nackenhaar? Die Regeln und Grenzen bestimmen fortan SIE. Der Hund mag kurzfristig „protestieren“, doch wenn er spürt, dass Sie ihm Regeln geben, Grenzen setzen, ebenso wie es alle Alphas in den Rudeln tun, wie es jede Tiermutter macht, dann beginnt er zu vertrauen. Weil er sich auf Sie verlassen kann. Aus seiner Sicht (und nur diese zählt) müssen Sie mental stärker, kompetenter, (selbst)sicherer, ruhiger erscheinen, nur so bekommen Sie sein Vertrauen, seinen Respekt, und das zeigt er Ihnen sehr schnell durch seine

LOYALITÄT.

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Und damit sind die Dinge wieder dort, wo sie hingehören, im Einklang mit der Natur. Und zwar ab dem Augenblick, wo SIE das umsetzen.

Frieden im Rudel bedeutet, keine Brösel mehr mit Artgenossen, Kindern, Katzen, Nachbarn, ein entspannter Hund, der freudig IHRE Anweisungen erwartet, und dem es höchste Befriedigung verschafft, IHNEN zu dienen. Und ebenso dienen Sie dem Hund. Indem Sie ihm die Sicherheit eines starken Anführers bieten. Somit gibt es keinen Grund mehr für Angstverhalten, (Leinen)Aggression, Ungehorsam, Rumgekläffe.

WIE WIRD ES UMGESETZT:

Werden/Seien Sie sich Ihrer Position bewusst. Ab nun ist jeder Umgang mit dem Hund von Ruhe und Sicherheit bestimmt. Keine Gedanken mehr wie: „Oh, jetzt wird er gleich wieder …“, etc. NUR Ihr Denken bestimmt, was weiter geschieht. Wenn Sie sich bei einem Vorstellungsgespräch intensiv genug einreden, dass Sie ruhig sind, wird es Ihnen der Personalchef vielleicht glauben. Kein Tier glaubt es Ihnen, wenn Sie es nicht SIND. Sie haben also den BESTEN, ehrlichsten Persönlichkeitscoach an Ihrer Seite! Keine negativen Gedanken mehr! Keinen einzigen Ihrer Gedanken kann Ihr Hund wahrnehmen, jedoch spürt er, meist sogar besser als Sie selbst, die AUSWIRKUNGEN Ihres Denkens, nämlich Ihre GEFÜHLE, Ihre Ausstrahlung, Ihre Erscheinung, Ihre Energie. Genau auf dieser Ebene kommunizieren die Tiere mit uns, und wir, hoffentlich, mit ihnen. Hunde leben im Grunde relativ stressfrei. Ihre Entscheidungsmöglichkeiten sind weitestgehend auf 4 Optionen eingeschränkt. Sie können: Kämpfen/Flüchten/Vermeiden… und sich unterordnen. Was immer nur in Freiwilligkeit geschieht. Dort wollen wir hin! Hunde lieben Rituale. Gestalten Sie ab jetzt alles strukturiert. Das Gassigehen (was ich jedes Mal vielmehr als „auf die Jagd gehen“ empfinde), das Füttern, das Spielen, das Ruhen.

Keine ständig verfügbare Futterschüssel! Sie geben entsprechend 2 oder 3 Mal am Tag, vor der Nahrung gibt es idealerweise einen „Jagdausflug“, Fütterung ist auch eine ideale Gelegenheit, Sitz, Platz, Pfote, oder sonst was Bindungsförderndes zu üben. Der Hund will im Bett schlafen? Kein Problem, solange die Menschen bestimmen, wann das passiert! SIE gehen als erstes durch jede Türe. Für den Hund, der die Welt VÖLLIG über seine Instinkte erlebt, hat auch das große Bedeutung. Kein Zug an der Leine! Ihre Körperhaltung ist aufrecht, Sie atmen tief und entspannt, Schultern, Arme locker. Idealerweise führen Sie den Hund mit zwei Finger. Als Rudelführer sehen SIE mögliche Beute als erstes, und nur SIE bestimmen, ob die Katze gefressen wird, oder ob wir freundschaftlich vorbeiziehen. In Zukunft also kein handy mehr beim Jagdausflug! Hunde, die viel Bewegung brauchen, genießen meist auch mentale Herausforderungen. machen Sie sich über Klickertraining schlau! Sozial kompetente Anführer schauen auch drauf, dass es genug „Fellpflege“ gibt. Klar wird geschmust, klar wird getollt, aber immer zum RICHTIGEN Zeitpunkt! Am Tisch der Tafelrunde stand: Nur indem wir dienen, werden wir frei. Ob König Arthur Hunde hatte, weiß ich nicht. Pferde hatte er sicher. Die haben nur eine wenig andere Grammatik. Dienen Sie den Bedürfnissen Ihres Hundes. Nur so wird er Ihnen der ergebenste Diener.

Fotocredit: Andreas

Für Weiterführendes besuchen Sie bitte meine Webseite

www.dogmaster.at

Deutsch – Hund / Hund – Deutsch

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Der Hundetrainer kam, sah und siegte!

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